Licht und Dunkel

Die Katholische Akademie und die Evangelische Akademie zu Gast

Von Februar bis Anfang Mai laden die Akademien zur Diskussion über aktuelle Filme.

Alle Infos finden Sie auch im Flyer zur Reihe.

Die Filme der Reihe in alphabetischer Reihenfolge:

Filmtitel
Starttermin
Feste Termine, Veranstaltungen
Aus dem Nichts
Dokumentarfilm
23.11.17
Vorstellung mit Fatih Akin 27.11. um 20:00 Uhr
„Licht und Dunkel“ mit Gast 4.12. um 20:00 Uhr
Beuys
Dokumentarfilm
18.5.17
26.10.17
Körper und Seele
Dokumentarfilm
21.9.17
The Circle
Dokumentarfilm
7.9.17
„Licht und Dunkel“ mit Gast 27.11. um 20:00 Uhr
The Square
Dokumentarfilm
19.10.17

Aus dem Nichts

Regie: Fatih Akin
DE 2017, 106 Min., dt.F., ab 12
Start 23.11.17

Vorstellung mit Fatih Akin 27.11. um 20:00 Uhr
„Licht und Dunkel“ mit Gast 4.12. um 20:00 Uhr

Der deutsche Beitrag für die Oscars 2018

Eine Bombe der NSU hat ihren Mann und ihren Sohn getötet. Katja ist verzweifelt, aber noch schlimmer ist es, daß die Polizei nicht den Schuldigen sucht, sondern in der Drogenvergangenheit ihres Mannes rumstochert. Sogar als die Attentäter im Gerichtssaal sitzen, trampelt der Verteidiger noch darauf herum. Katja ist mit dem Urteil nicht zufrieden. So kann es, so darf es nicht enden…

Nach einem der NSU-Morde inszeniert Fatih Akin einen Thriller, der uns mitnimmt in die Trauer und in die Wut über das erfahrene Unrecht. Fatih Akin: „Natürlich haben mich die Morde empört“, sagt Akin, „aber richtig schlimm fand ich, dass Polizei und Geheimdienst jahrelang im Umkreis der Opfer nach den Tätern gesucht haben und dabei die Opfer als Mafiosi oder Drogendealer verunglimpften. Auch die Medien haben dabei mitgemacht. Diese Menschen sind zweimal gestorben!“.

Getragen wird diese Abrechnung mit einem deutschen Phänomen von Diane Kruger in der Rolle der Katja. Sie ist fast in jedem Bild gegenwärtig. Sie ist es, die uns mitnimmt auf eine schwere Reise zu einer schweren Entscheidung.

Vorstellung mit Gästen
Am 27. November um 20 Uhr sind Fatih Akin und die Produzentin Nurhan Sekerci zusammen mit dem Cutter Andrew Bird im Abaton zu Gast.

„Licht und Dunkel“
Dazu ist am 4. Dezember der Opferanwalt Yavuz Narin aus München zu Gast.


Beuys

Regie: Andres Veiel (Dokumentarfilm)
DE 2017, 107 Min., dt.F., ab 0
Start war 18.5.17

Vom Humor der Kunst in den 68er Jahren

Joseph Beuys erfand die Kunst-Happenings: In einer seiner bekanntesten Aktionen erklärte der  Bildhauer und Zeichner einem toten Hasen die „Kunst“. Der Meister von Fettecken und Filz-Kunstwerken sah sich nicht als außergewöhnlich an: Für Beuys ist alles Kunst.

Regisseur Andres Veiel (,Die Spielwütigen‘, ,Black Box BRD‘) schafft einen Raum, in dem der 1986 verstorbene Künstler zu Wort kommt. Dabei wird schnell deutlich, daß Beuys aus einem ganz speziellen Holz geschnitzt war. (mehr ---> )

Salon „Licht und Dunkel“
Am 8. November um 19 Uhr ist Regisseur Andres Veiel zum Gespräch in der kath. Akademie zu Gast. Dazu zeigen wir ,Beuys‘ zuvor um 15 Uhr. 


Aktuelle Termine  –  Tickets mit Klick auf Uhrzeit
Di 28.11.
12:00
dtF

Die Unsichtbaren – Wir wollen leben

Regie: Claus Räfle
DE 2017, 110 Min., dt.F., ab 12
Start war 26.10.17

Vier junge Leute, die den Judenstern abrissen

Hanni Lévy hat sich die Haare blondieren lassen und fühlt sich in der Nähe des Ku’damms am sichersten. Eugen Friede ist bei einer deutschen Familie versteckt und erlebt im Hinterzimmer so etwas wie eine Liebesgeschichte. Ruth Arndt hat den Namen eines gefallenen Soldaten angenommen und bedient abends in einem Lokal Nazi-Offiziere. Ciamo Schönhaus hat seinen Pass gefälscht und macht das jetzt auch für andere. Während seine Kunden dank seiner Arbeit überleben, gönnt er sich von dem Geld einen Abend in einem feinen Restaurant.

Februar 1943 hielt die Nazi-Regierung für den passenden Moment, zu verkünden, daß Berlin „judenfrei“ sei. In Wirklichkeit waren es wohl 7000, die den Judenstern abgetrennt haben und untergetaucht sind. Der Film von Claus Räfle erzählt die Geschichte von vier jungen Menschen, die sich im Nazi-Berlin durchschlagen. Darin eingebettet sind Interview-Sequenzen mit Überlebenden, die genau das erlebt haben.


Körper und Seele

Drehbuch, Regie: Ildikó Enyedi
Ungarn 2017, 116 Min., dt.F., einige Vorst. in ungar. O.m.U., ab 12
Start war 21.9.17

Goldener Bär in Berlin!

Ein winterlicher Wald. Ein Hirsch durchsucht das Blattwerk am Boden nach Essbarem. Trifft an einem Bachlauf auf eine Hirschkuh. Ihre weichen Nasen begegnen sich, als sie aus einem Bach trinken.

Budapest, heute. Mária hat einen Job bei einem Schlachthof gefunden. Sie wird hier als Qualitätsprüferin arbeiten, hat aber große Probleme, jemanden kennenzulernen. Das wundert nicht, wenn man sieht, wie sie steif allein an einem Tisch in der Ecke sitzt. Endre, der Chef des Betriebs, sieht sie dort und kann nur mit dem Kopf schütteln. Mária besucht übrigens regelmäßig einen Therapeuten; sie geht zu demselben, zu dem sie schon als Kind ging.

Aus Gründen, die auszuführen hier zu weit gehen würde, wird die komplette Belegschaft des Schlachtbetriebes gründlich psychologisch untersucht. Dabei stellt sich heraus, daß Maria und Endre in der letzten Nacht denselben Traum hatten – von Hirschen in einem winterlichen Wald…

So beginnt eine Liebesgeschichte von seltener Schönheit. Wo Menschen dieselben Träume haben, endet die Analyse. Aber die Träume in die Wirklichkeit zu holen, ist nicht einfach. ,Von Körper und Seele‘ erzählt diese Begegnung zweier Menschen ausgesprochen zärtlich und sanft dosiertem Humor.

Vor jetzt fast 30 Jahren startete Ildikó Enyedi ihre Karriere als Regisseurin mit dem schönen Film „Mein 20. Jahrhundert“. Die Filme, die inzwischen entstanden, haben es nicht in die deutschen Kinos geschafft. Mit ,Körper und Seele‘, der in Berlin unter dem Titel ,On Body And Soul‘ lief, hat sie im Frühjahr den Goldenen Bären geholt.

„Licht und Dunkel“
Die Katholische und die Evangelische Akademien zu Gast im Abaton. Am 20. November um 20 Uhr ist Ulrike Schroeder (Ärztin für Innere Medizin und Homöopathie) zu Gast.


Aktuelle Termine  –  Tickets mit Klick auf Uhrzeit
Mo 27.11.
10:00
engl.OmU
20:00
engl.OmU

The Circle

Regie: James Ponsoldt
US/AE 2017, 110 Min., engl. O.m.U., ab 12
Start war 7.9.17

„Licht und Dunkel“ mit Gast 27.11. um 20:00 Uhr

Lebe die totale Transparenz !

Mae ist jung und noch etwas unentschieden, was sie im Leben machen soll. Umso mehr freut sie sich, als sie einen Job bei „The Circle“ bekommt, dieser hochmodernen Internetfirma im Valley. Und dann erst ihr Aufstieg: vom Kundenservice in den Dunstkreis der Chefetage…

Aber der Reihe nach. „The Circle“ ist eine soziale Plattform wie Facebook, die elektronische Identität ist hier wichtiger als das wirkliche Leben. Das neueste Produkt von der Firma ist eine ganz kleine, hochauflösende Kamera: Damit kann man überall alles aufnehmen. Dazu gibt die Firma das Motto aus: lasst uns die totale Transparenz leben.

Und jetzt sind wir wieder bei Mae. Denn ihr Aufstieg hat auch damit zu tun, dass sie bereit ist, eine solche Kamera 24 Stunden am Tag zu tragen und ihr Leben damit komplett öffentlich zu machen – oder eben transparent, wie es beim Circle heißt. Ihr Account geht viral und schon nach kurzer Zeit hat sie Millionen Fans…

Nach einem Roman von Dave Eggers – der auch „Ein Hologramm für den König“ schrieb – erzählt der Regisseur James Ponsoldt hier eine Geschichte über soziale Plattformen und die Vor- und Nachteile der „elektronischen Identität“. Gegenüber dem Buch wurde das Ende geändert. Neben Emma Watson in der Hauptrolle hat Tom Hanks eine Handvoll Szenen als 2000prozentiger Internet-Guru. Als Maes Freund aus der Heimat fällt Ellar Coltrane auf, der Boy aus Richard Linklaters ,Boyhood‘.

„Licht und Dunkel“
Die Katholische und die Evangelische Akademien zu Gast im Abaton. Am 27. November um 20 Uhr ist Renate Fallbrüg vom Kirchlichen Dienst der Arbeitswelt (KDA) zu Gast.


Aktuelle Termine  –  Tickets mit Klick auf Uhrzeit
Mo 27.11.
21:30
dtF

The Square

Regie: Ruben Östlund
Schweden/DE/FR/DK 2016, 142 Min., dt. F. (schwed./engl./dän. O.m.U. in einz. Vorst.), ab 12
Start war 19.10.17

Schlechte Zeiten für Gutmenschen

Stockholm hat ein tolles Museum mit einem schnittigen Chefkurator, der gerade mitten drin steckt in den Vorbereitungen für eine sozial engagierte Ausstellung mit dem Namen „The Square“. Dieses „Rechteck“ ist die Materialisierung eines Gedankenexperiments: eine Fläche vor dem Museum, wo alle Menschen wirklich gleich sein sollen, ein humaner Ort, wo alle sich zuvorkommend verhalten und jeder dem anderen vertraut und ihm hilft.

Der Kurator verliert auf diese Art und Weise sein Handy, weiß sich aber zu helfen, und schreckt dazu auch vor massenhaften Drohbriefen nicht zurück. Doch nicht nur der perfekt gestylte Herr Kurator trifft auf ungeahnte menschliche Probleme. Beim Diner zur Eröffnung der Ausstellung kommt es zu einem unangenehmen Auftritt eines Mannes, der die Galagäste in seine Gewalt bringt – eine Variante des Stanford-Experimentes, das bekanntermaßen zum Stockholm-Syndrom führt…

Der schwedische Regisseur Ruben Östlund dreht Filme, denen es gelingt, das Publikum mit einzubeziehen. Schritt für Schritt folgen wir dem Helden auf seinem Abstieg und können nicht umhin, uns mit ihm zu vergleichen. Dabei tut Östlund nicht mehr, als die Prämisse der „Menschlichkeit“ ernst zu nehmen…

In Cannes gab es für diesen aufrüttelnden Film im Frühjahr dieses Jahres die Goldene Palme. Im Oktober ist ,The Square‘ der Film des Monats der Jury der evang. Filmarbeit.