Nach einem Heimaturlaub fährt Walter mit dem Zug zurück an die Ostfront. Er lässt die junge Polin Wanda mitfahren, mit der er sich ein wenig unterhält. Plötzlich springt die junge Frau ab und hinterlässt ihm eine Urne, angeblich mit der Asche ihres Bruders. Als Walter das Gefäß aus dem Zug wirft – explodiert es!
Diese Aktion rettet Walter das Leben, ist aber nicht nur das Ende der Eisenbahnfahrt, sondern für Walter das Ende einer halbwegs absehbaren Zukunft. Mit einer Gruppe versprengter Soldaten, die das Unglück überlebt haben, gerät er immer wieder zwischen die Fronten. Dabei wird er der Partisanin Wanda wieder begegnen…
Siegfried Lenz hat dieses – sein zweites – Buch in den Jahren nach dem Krieg geschrieben. 1951 hat sich Hoffmann und Campe geweigert, es zu veröffentlichen, weil der Held die unmittelbare Vergangenheit mehr und mehr hinterfragt (und zu den Sowjets überläuft). Der Roman erschien erst 2016 zwei Jahre nach Lenz’ Tod und war wochenlang ein Bestseller. Die etwa dreistündige Verfilmung entstand drei Jahre darauf.
Sondervorstellung
Am 17. März wäre der deutsche Schriftsteller Siegfried Lenz 100 geworden. Wir zeigen dazu mehrere Verfilmungen seiner Romane. Am Sonntag, dem 15. März läuft ,Der Überläufer‘ in der Matinee.
Weitere Lenz-Filme: ,Deutschstunde‘ (8.2.), ,Der Mann im Strom‘ (15.2.), ,Das Feuerschiff‘ (22.2.) und ,Schweigeminute‘ (8.3.).
Die Kammerspiele zeigen in ihrer Lenz-Reihe am 1. Februar mit „Die Flut ist pünktlich“ — Siegfried Lenz und der Film: Eine Lesung mit August Zirner und weiteren Mitwirkenden über Siegfried Lenz und seine Werke im Film.
Regie Florian Gallenberger
Drehbuch mit Bernd Lange
nach dem Roman von Siegfried Lenz
Kamera Arthur Reinhart
Musik Antoni Lazarkiewicz
Besetzung Jannis Niewöhner, Małgorzata Mikołajczak, Sebastian Urzendowsky, Rainer Bock, Katharina Schüttler
DE/PL 2019, 179 Min., dtF, ab 12