Der 40jähige Thomas ist Kranführer auf einer Baustelle. Seine Routine wird durch einen Anruf seiner Frau Carla unterbrochen, die ihn bittet, sie aus dem Krankenhaus abzuholen. Sie erzählt ihm, dass sie mit ihrem Tanzpartner David unterwegs war (um ein Haus zu besichtigen, wo die beiden wohnen wollten), dass sie einen Unfall hatten und dass Thomas tot ist. Thomas, der bei der Gelegenheit von der Affäre seiner Frau erfährt, ist überrascht, weiß nicht weiter, schweigt…
Auch in ihrem neuen Film stellt die Regisseurin Angela Schanelec die Sprache in den Mittelpunkt, sie berührt die Punkte, wo es weh tut, während die Darsteller fast unbewegt spielen.
Angela Schanelec: „Es wird klar, was Worte auslösen können, welche Macht sie haben. Ein Wort, ein Satz kann furchtbar schmerzen. Und auch zu sprechen, sich gezwungen zu sehen, zu sprechen, ist für mich ein körperlicher Zustand. Manchmal finde ich auch komisch, was man sagt, wenn man ehrlich sein will. Da musste ich auch beim Schreiben lachen. Sprache hat einfach ein Eigenleben und manchmal beherrschen wir sie nicht. Die beiden sind voller Aufmerksamkeit füreinander, sie schämen sich nicht, um Hilfe zu bitten und hören sich einander zu. Ich wollte von der Bedeutung der Freundschaft erzählen. Es gibt die Liebe und es gibt die Freundschaft. Gleichzeitig gibt es eine Wirklichkeit, über die die Figuren keine Macht haben.“
Pressestimmen
"So deutlich ausgesprochen wie in ’Meine Frau weint’ wurde es selten, dass es genau darum geht: die Nähe, die die Sprache schafft, in der man zu Hause ist und auch nicht, die Nähe und Ferne zum eigenen Fühlen und Denken, zum Körper, beim Tanz, beim Handballspiel und beim Sex.", so die taz.
"Die Abstraktion von Schanelecs Erzählung ergibt sich eher aus dem scheinbar willkürlichen Nebeneinander von Alltagseindrücken und fragmentarischen Szenen. (...) "’Meine Frau weint’ ist voll von solchen hinreißenden Details, für die sich im Laufe der 93 Minuten der Blick schärft.", sagt der Tagesspiegel.
Drehbuch, Regie Angela Schanelec
Kamera Marius Panduru
Besetzung Vladimir Vulević, Agathe Bonitzer, Birte Schnöink, Pauline Rebmann, Clara Gostynski
DE/FR 2026, 93 Min., dtF, ab 12