dt. Trailer (FSK ab 12)

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Kommentar von Pedro Almodóvar

,Bitteres Fest‘ erzählt abwechselnd zwei Geschichten und die Wechselwirkung beider Handlungsstränge. Die erste spielt im Winter 2004, die zweite im Sommer 2026.

Manchmal wirkt der Film wie ein Musical: Elsa entdeckt, während sie in einem Stripteaselokal tanzt, den Mann, den sie in einem entscheidenden Moment ihres Lebens lieben wird. Er ist nicht nur Stripper, sondern auch Feuerwehrmann. Eine Freundin und Kollegin Elsas, die von ihrem Ehemann mehrfach gedemütigt und verlassen wurde, findet schließlich die Kraft, das Zuhause hinter sich zu lassen, nachdem sie ein Lied von Chavela Vargas gehört hat, das vom Verlassenwerden handelt. Die Geschichte der beiden Freundinnen spielt 2004.

Die andere Geschichte spielt 2026 und handelt von einem erfolgreichen Drehbuchautor und Regisseur um die 60, der gegen eine lang andauernde kreative Krise kämpft. Schnell erkennt der Zuschauer, dass Raúl Rossetti – so heißt der Regisseur – gerade am Computer die Geschichte von Elsa und ihrer Freundin schreibt: Ihre Liebe, ihre Verluste, ihre Arbeit und ihr Leid nähren Raúls Vorstellungskraft, in der er sich selbst spiegelt. Erinnerung plus Fiktion ergibt Fiktion.

Man könnte sagen, Elsa ist das Alter Ego von Raúl. Sie ist ebenfalls Regisseurin. Sie hatte zwei Filme gedreht, die an der Kinokasse Flops waren, sich aber zu Kultfilmen entwickelten.

Raúls Leben ist ganz vom Filmemachen vereinnahmt worden. Im Alter fühlt er sich nur noch beim Schreiben und Regieführen lebendig. Er lebt völlig zurückgezogen mit seinem Freund Santi und hat kaum noch ein soziales Leben. 
Er ist an einem Punkt angekommen, an dem er nur noch in sich selbst Inspiration findet; dazu gehören zwangsläufig auch die wenigen Personen, aus denen sein Universum besteht – sein Lebenspartner und seine Assistentin. So fiktiv es in seinem Drehbuch auch erscheinen mag, er hat die Leben seiner nächsten beeinflusst.

Bitteres Fest
Start ab 30. Juli

Drehbuch, Regie Pedro Almodóvar

Kamera Pau Esteve

Musik Alberto Iglesias

Besetzung Bárbara Lennie, Victoria Luengo, Leonardo Sbaraglia, Patrick, Criado, Aitana Sánchez-Gijón

ES 2026, 111 Min., span.OmU|dtF

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