Lilia ist in Tunesien aufgewachsen. Seit Jahren lebt sie in Paris mit ihrer Freundin Alice. Als ihr Onkel Daly stirbt (bzw. nackt tot aufgefunden wird) reist Lilia in ihre Heimatstadt an der tunesischen Mittelmeerküste und wohnt während der Zeit bis zur Trauerfeier im Haus der Familie. Ihre Freundin Alice bringt sie im Hotel unter. Denn niemand weiß und soll wissen, dass Lilia lesbisch ist. Und doch wird es bald nur noch darum gehen…
Denn Daly war homosexuell und hatte offensichtlich viele Lover. Ob Homosexualität in Tunesien strafbar ist oder nicht, alle, die irgendetwas über jemanden wissen, schweigen.
So hat Lilias Mutter Wahida geschwiegen und die resolute Großmutter Néfissa ebenso. Sie wussten es, sprachen darüber aber nur „mit leiser Stimme“. Daly wurde von seiner Familie stillschweigend toleriert und sogar geschützt. Ob die Familie auch lesbische Frauen akzeptiert? Ob Lilia sich ihrer Mutter anvertrauen kann?
Lilia stürzt sich in „Ermittlungen“ (parallel zur offiziellen Arbeit der Polizei), mit wem ihr Onkel zuletzt zusammen war und der Film blickt in die dunklen Bereiche der tunesischen Schwulenszene. Schließlich ist Lilia es leid, sich vom familiären Versteckspiel demütigen zu lassen…
Tatsächlich ist der dritte Film der tunesischen Regisseurin Leyla Bouzid ein Ort der leisen Töne. Eine Entdeckung ist die Hauptdarstellerin Eya Bouteraa, aber ebenso stark ist Hiam Abbass in der Rolle der Mutter.
Drehbuch, Regie Leyla Bouzid
Kamera Sebastien Goepfert
Musik Yom
Beseztung Eya Bouteraa, Hiam Abbass, Marion Barbeau, Feriel Chammari, Selma Baccar
FR/TN 2026, 113 Min., arab./frz.OmU, ab 0