Niki arbeitet als Klavierstimmer zusammen mit dem alten Hasen Harry, der nur noch mit zu den Terminen kommt, um sich zu unterhalten. Die beiden verstehen sich gut: Die Arbeit geht ihnen locker von der Hand.
Immerhin kann Niki so sein überaus empfindliches Gehör nützlich einsetzen. Weil … so einfach ist sein Leben doch nicht: Immer trägt er Ohrstöpsel und auf der Straße, in der U-Bahn noch Kopfhörer obendrauf (mit Geräuschunterdrückung!). Sonst hält er es einfach nicht aus. Jedes Geräusch tut weh.
Meist arbeiten die beiden bei reichen Leuten. Ob die wirklich Klavier spielen, sei mal dahingestellt. Aber sie haben Tresore. Das kam so: Harry ging es nicht gut und Niki arbeitet alleine. Er ist eventuell ganz allein in dem großen Haus. Aber dann kommt ein ganz und gar schrecklicher Lärm aus dem ersten Stock. Niki schaut nach: Da sind Leute dabei, den Tresor aufzubohren. Niki fragt, wie lange das noch dauert, so kann er nicht arbeiten. Und der Chef antwortet: „Solange, wie es dauert, außer … du kannst den Tresor öffnen“. Was Niki versucht und was ihm gelingt…
Was geschieht noch? Niki verliebt sich in eine junge Pianistin, Harry wird krank und seine Behandlung wird zehntausende Dollar kosten, Niki öffnet Safes und hat plötzlich viel Geld. Kann das gut gehen?
Der Regisseur Daniel Roher hat 2023 mit 29 Jahren einen Oscar bekommen – für seinen Dokumentarfilm über den sterbenden ,Nawalny‘ … und hat mit einem Schreibblock reagiert. Nichts ging mehr. Aber was macht man, wenn die kreative Ader tot ist. Darüber identifizert man sich ja auch. Was half, war, diese Lage in ein Drehbuch zu verwandeln. Mit ,The Piano Tuner‘ hat er einen frischen, humorvollen Krimi geschaffen, dessen emotiionale Anteile nicht hinter der Krimi-Handlung zurücktreten. Den au ßergewöhnichen Ton des Films erarbeitet Jonnie Burn, der schon den Ton von ,The Zone of Interest‘ gemacht hat.
Regie Daniel Roher
Drehbuch mit Robert Ramsey
Kamera Lowell A. Meyer
Musik Will Bates, Marius de Vries
Sounddesign Johnnie Burn
Besetzung Leo Woodall, Dustin Hoffman, Havana Rose Liu, Tovah Feldshuh, Lior Raz
US 2026, 109 Min., engl.OmU, ab 12