Licht und Dunkel

Die Evangelische Akademie der Nordelbischen Kirche und die Katholische Akademie Hamburg zu Gast im Abaton

In der Reihe „Licht und Dunkel“ erwarten Sie aktuelle Filme und kompetente Referentinnen und Referenten – für Gespräche,
die dazu anregen, genauer hinzusehen und mehr zu entdecken. „Licht und Dunkel“ begibt sich auf die Suche nach den Fragen, die hinter den Zweideutigkeiten des menschlichen Lebens stecken.

Die Filme
Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen 7.4. um 19.30 mit Hajo Schomerus und Dr. Johann Hinrich Claussen
Chiko 16.4. um 20.00 mit Sebastian Thümler
Der Kick 17.4. um 17.00 mit Drehbuchautorin Gesine Schmidt
Die Fremde 26.4. um 19.30 mit Hilal Sezgin

 

Chiko

Regie Özgür Yildirim
Produktion Fatih Akin, Klaus Maeck, Andreas Thiel (= ,Corazon international‘)
Darsteller Denis Moschitto, Moritz Bleibtreu,
  Volkan Özcan, Ogün Yardim, Reyhan Sahin
BRD/Türkei 2007, 92 Min., ab 16

Termin mit Gästen 16.4. um 20.00


Chiko ist das Herumhängen leid. Schnellstens müssen her: ein „krasser Tieflader“ (sprich: ein tiefgelegter Mercedes) und eine schöne Frau! Und Chicko weiß auch, wie er das bekommt. Ohne Umwege macht er sich an den lokalen Drogenboss heran. Als Visitenkarte verprügelt er dessen Straßendealer, und siehe da: Chicko hat ein Rendezvouz mit „Brownie“. Der bietet ihm auch tatsächlich einen Deal an: Haschischverkauf (nach genau festgelegten Regeln).

Für Chiko überhaupt kein Problem..., wenn da nicht Tibet wäre! Chikos Kumpel Tibet hält wenig von großen Bossen und krallt sich einen Teil der Ladung, was Brownie nicht durchgehen läßt. Chikos „Aufstieg“ beginnt blutig...
Aus Fatih Akins Produktionsfirma ,Corazon‘ kommt dieser Gang­sterfilm auf den Spuren von Martin Scorseses ,Mean Streets‘ (die Akin schon mit ,kurz und schmerzlos‘ an die Reeperbahn holte).

Die Hauptrolle spielt Denis Moschitto (wie schon in der ,Kebab Connection‘). Ihm steht Moritz Bleibtreu als urgewaltiger Drogenboss gegenüber, der – auch ganz Familienvater! – für jeden seiner zahlreichen Flüche brav ins Familiensparschwein einzahlt...

„Licht und Dunkel“
Am 16. April ist zu Gast: Sebastian Thümler (Schnitt).



 

Der Kick

Regie Andres Veiel
Darsteller Susanne-Marie Wrage, Markus Lerch
BRD 2006, 85 Min., ab12

Termin mit Gast 17.4. um 17.00

Marcel Schönfeld hat seinen am Boden liegenden Kameraden Marinus Schöberl mit einen Fußtritt auf den Kopf getötet, nachdem er, sein Bruder Marco und ihr Bekannter Sebastian Fink ihr Opfer eine Nacht lang gequält hatten – im Sommer 2002 in dem Dorf Plotzow, nördlich von Berlin.

Dokumentarfilmer Andres Veiel und die Drehbuchautorin Gesine Schmidt fuhren nach Plotzow und sprachen mit den Menschen. Das war zuerst nicht leicht. Niemand wollte (mehr) reden, nachdem die Presse über den Ort hergefallen war. Über Monate und mit vielen Besuchen gewannen die beiden das Vertrauen der Einwohner und sprachen mit den Eltern, Nachbarn, Lehrern, dem Bürgermeister und dem Täter. Andres Veiel und Gesine Schmidt schufen aus den Aufzeichnungen der Gespräche ein (gleichnamiges) Theaterstück: zwei Schauspieler sprechen die Texte aller(!) Beteiligten. ,Der Kick‘ ist eine, an die Mittel des Films und den intimen Blick der Kamera angepaßte Inszenierung des Stücks.

Dazu schrieb die FAZ in ihrer Kritik: „Veiel und Schmidt verfallen nicht in eine Rethorik des Nihilismus. Im Gegenteil finden sie das Humane dort, wo es auf den ersten Blick fehl am Platz ist. (...) ,Der Kick‘ ist die Suche nach Facetten der Wahrheit, die für ein Urteil nicht von Belang sein können. Sie kommen durch das Spiel der Schauspieler zur Sprache. Indem Susanne-Marie Wrage und Markus Lerch Opfer und Tätern, Zeugen und Richtern eine Stimme geben, verweisen sie den Fall an die Gesellschaft zurück, aber nicht im exkulpierenden Sinn, der persönliche Verantwortung leugnet, sondern in jenem differenzierenden Sinn, den die Tragödie lehrt.“

„Licht und Dunkel“
Am 17. April um 17 Uhr ist die Drehbuchautorin Gesine Schmidt zu Gast.



 

Die Fremde

Regie Feo Aladag
Darsteller Sibel Kekilli, Settar Tanriögen
BRD 2010, 123 Min., ab 12, Schulvorstellungen

Termin mit Gast 26.4. um 19.30

Umay lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn Cem in Istanbul. Eines Tages verlässt Umay ihren Mann, der sie immer wieder schlägt, und reist mit Cem nach Berlin – zu ihren Eltern. Zuerst geht alles gut. Doch als die Eltern schließlich erfahren, daß Umay nicht nach Istanbul zurückkehren will, wird die junge Frau in ihrer eigenen Familie zu einer Ausgestoßenen. Zögernd baut sie sich ein eigenes Leben in Berlin auf, und kehrt doch immer wieder zurück, sucht den Kontakt mit ihren Eltern...

Der Film der Regisseurin Feo Adalag über einen Ehrenmord in Berlin lebt und atmet durch Sibel Kekillis präzise und präsente Darstellung der Umay.

„Licht und Dunkel“
Am 26.4. ist die Journalistin und Autorin Hilal Sezgin („Typisch Türkin?“) zu Gast.



 

„Ab nach Rio“ – Die Guggenheim-Akte

Regie Jens Huckeriede (Dokumentarfilm)
mit Ivoné Simon, Michael und Claus Fritsche u.a.
BRD 2009, 87 Min.

Dokumentarfilm über’s Erinnern
In der Rothenbaumchaussee 121 in Hamburg lebte bis 1938 die jüdische Familie Guggenheim. Im Jahr 1941 gelang ihnen die Flucht nach Brasilien.
Bei einer Prüfung alter Pläne des Hauses wurde 2007 ein von allen Seiten unzugänglicher Raum gefunden – mit einer offensichtlich hohen symbolischen Bedeutung für das (verschwundene) jüdische Leben. Hier beginnt die Spurensuche nach der Geschichte der ehemaligen Bewohner des Hauses.

In einem Labyrinth der Erinnerungen sehen wir Interviews mit Ivoné Simon (geb. Guggenheim) aus Brasilien; Michael und Claus Fritsche, den Söhnen des ehemaligen Hausbesitzers, sowie den Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Aleida Assmann, Prof. Dr. Gabriele Rosenthal und Dr. Claudia Curio.

Termine im Mai und Juni
16.5. um 11 Uhr, 25.5. um 15 Uhr, 13.6. um 11.Uhr
Regisseur Jens Huckeriede ist zu allen Terminen zu Gast.


















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