Will Quadfliegs Aufstieg begann im Dritten Reich. Auf Bühne und Leinwand war er ein Star. Jahrzehnte nach dem Tod des Vaters findet seine Tochter, die Schriftstellerin Roswitha Quadflieg, im Nachlass ihrer Mutter über vierhundert Briefe von ihm, zusammen mit seinem Tagebuch, geführt vom März 1945 bis Oktober 1946.
Durch 103 Tage folgt sie ihm, erfährt, was er tut und sieht, wem er begegnet, was er denkt – stellt Fragen, die sie zu seinen Lebzeiten nie gestellt hat.
März 1945. Die Rote Armee rückt täglich näher an Berlin heran. Angst und Verzweiflung grassieren unter der Zivilbevölkerung. Die Eltern von Roswitha Quadflieg entschließen sich zur Trennung auf Zeit. Sie, Schwedin mit deutscher Staatsbürgerschaft, flieht mit zwei Kindern und hochschwanger mit dem dritten Kind in ihre Heimat. Er, einer der berühmtesten Schauspieler der Zeit, muss bleiben und fängt an, Tagebuch zu schreiben. Einen langen Liebesbrief an seine Frau, während er rezitierend durch ein in Trümmer zerfallendes Deutschland zieht – um Soldaten mit deutscher Dichtung „aufzurüsten“.
Nach Kriegsende rezitiert er vor Flüchtlingen und Verwundeten, um sie zu trösten, während der Theaterbetrieb langsam wieder in Gang kommt. Tagebuch und Briefe zeugen nicht nur von Flucht, Angst, Liebe, Hoffnung und der Überzeugung, ein Fackelträger deutscher Kultur zu sein, sondern auch von Schuld, Blindheit, Lüge und Selbstlüge.
Faust (1960)
Regie Peter Gorski
Inzenierung Gustaf Gründgens
Kamera Günther Anders
Musik Mark Lothar
Besetzung Will Quadflieg, Gustav Gründgens, Elisabeht Flickenschildt, Ella Büchi, Uwe Friedrichsen
DE 1960, 128 Min., dtF, ab 12