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Sa 15.8.
13:10
OmU

Die Kordillere der Träume

Regie: Patricio Guzmán (Dokumentarfilm)
Kamera: Samuel Lahu
Musik: Miranda y Tobar
Mit Jorge Baradit, Vicente Gajardo, Francisco Gazitúa, Pablo Salas
FR/Chile 2019, 84 Min., span.OmU
Läuft seit 16.7.2020
 feste Termine im  FilmABC

Das Gebirge und die Chilenen

„In meinem Land ist die Cordillera allgegenwärtig. Doch für die Chilenen ist sie nach wie vor ein unbekanntes Land“. In „Nostalgia de la luz“ und „Der Perlmuttknopf“ hatte Patricio Guzmán bereits den Norden und den Süden seines Heimatlandes porträtiert.

"Die Kordillere der Träume" ist nun der Abschluss der Trilogie. Im dritten Teil betrachtet Guzmán, der seit dem Pinochet-Putsch 1973 im Pariser Exil lebt, die Natur seiner Heimat als Sinnbild der politischen Geschichte von revolutionärer Utopie, faschistischer Diktatur und neoliberalem Raubbau an der Gesellschaft. Nach der Atacama-Wüste – dem trockensten Gebiet der Welt und wichtigsten Standort für Weltraumteleskope, aber auch Standort von Pinochets Konzentrationslager – und dem Wasser des Pazifiks, in dem tausende Regimegegner an Bahnschienen gefesselt ertränkt wurden, widmet sich Guzmán nun dem Anden-Gebirge. 80% der Oberfläche Chiles macht es aus und ist doch ein blinder Fleck im chilenischen Bewusstsein – ähnlich wie die Gräuel der Diktatur und die ungebrochene Tradition des Widerstands gegen sie. Obwohl diese geschichtlichen Umstände bis heute die politischen und ökonomischen Realitäten des Landes weiterhin maßgeblich beeinflussen, wurden sie dennoch aus der Wahrnehmung der Gesellschaft verdrängt. Guzmáns bildstarker Dokumentarfilm ist darum auch ein Werk der Bewusstmachung und engagierten Aufarbeitung.

Deutscher Trailer (FSK unbekannt)