Gundermann

Regie: Andreas Dresen
Drehbuch: Laila Stieler
Kamera: Andreas Höfer
Darsteller: Alexander Scheer, Anna Unterberger, Axel Prahl, Thorsten Merten, Eva Weißenborn, Benjamin Kramme, Milan Peschel
DE 2018, 127 Min., dtF, ab 0, Schulvorstellungen
Läuft seit 23.8.2018
 feste Termine im  FilmABC

Baggerführer und Poet

,Gundermann‘ erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, Clown und Idealist. Der träumt und hofft und kämpft. Ein Weltverbesserer, der zugibt, dass er es nicht besser weiß. Und weil wir in der DDR sind: Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Zerrissener.

Also: Gerhard Gundermann war Baggerfahrer. Er arbeitete auf einem dieser Riesenbagger im Braunkohlegebiet in der Lausitz. Schon als junger Mann war er „unbequem“. Er war einer von den vielen, die an den Sozialismus glaubten und enttäuscht wurden. Er war in der SED und kandidierte 1977 für die Partei, ein Jahr später wurde er rausgeworfen (und wieder aufgenommen und wieder rausgeworfen). 1984 kündigte ihm die Stasi wegen „prinzipieller Eigenwilligkeit“.

Ende der 70er sang er beim Singeklub Hoyerswerda, daraus entstand seine erste Band, die Brigade Feuerstein. Zehn Jahre später trennte sich die Gruppe. Sein erstes Album nahm Gundermann 1988 mit verschiedenen Rockgruppen auf. Auch bei Silly war er einen Moment als Texter dabei, bevor der als „Gundermann &Seilschaft“ und dann wieder allein auf Tournee ging. 1994 spielte er im Vorprogramm zu Bob Dylan und Joan Baez.

Und dann waren da die Lieder: diese einfachen Texte, denen man die Tiefe nicht sofort ansah/anhörte. Die unglaublich persönlich sein konnten und gleichzeitig politisch. Gundermann erschuf eine ganz eigene Poesie, mit der er vor allem in der Nachwendezeit einer der bekanntesten Künstler in Ostdeutschland war (während ihn im Westen nur die echten Liedermacherfans kannten und schätzten).
Und dann ist da noch Conny: Gundermann und seine große Liebe – ganz privat und ebenso zerrissen.

Andreas Dresen und seine Drehbuchautorin Laila Stieler lassen ,Gundermann‘ in drei Zeitebenen spielen: In der Gegenwart (das sind die 90er Jahre), Rückblenden führen in die DDR-Zeit und die Songs spielen in einer eigenen, zeitlosen Ebene. Nicht wenige der Lieder werden im Film voll ausgespielt – gesungen von Hauptdarsteller Alexander Scheer zusammen mit der Band, die auch auf dem Premierenkonzert zu hören sein wird.

Die passend zum Film erschienene Gundermann-Biografie von Andreas Leusink (Hsg.) haben wir an der Kinokasse. Außerdem verkaufen wir an der Kasse CD und Vinyl mit den neu eingespielten Songs von Gundermann aus dem Film.

 

dt. Teaser (FSK ab 0)