Ulysses

Regie Joseph Strick
nach James Joyce
Darsteller Milo O’Shea, Barbara Jefford, Maurice Roeves
GB 1966, 115 Min., engl.OF., s/w, ab 16
 feste Termine im  FilmABC

Die Verfilmung von Joseph Strick zum Bloomsday

,Ulysses‘ zeigt im Ablauf eines Tages, an dem sich die Wege des Anzeigen-Aquisiteurs Bloom und des Dichter-Studenten Dädalus kreuzen, ein Kaleidoskop geistiger und gesellschaftlicher Denkmuster, die sich in nicht enden wollende Halluzinationen und innere Monologe ergießen. Joseph Stricks Schwarzweiß-Cinemascope-Verfilmung ist – trotz der wegen der Länge des Textes notwendigen Kürzungen – eine getreue Verfilmung von James Joyces Meisterwerk.

„Eine der lebendigsten Eindrücke des Romans „Ulysses“ ist wie James Joyce die Abenteuer eines normalen Handelsvertreters, Leopold Bloom, im heutigen Dublin mit den heldenhaften Taten des großen Odysseus vergleicht, wie Homer sie festgehalten hat. Der klassische Held spiegelt sich im einfachen Mann unserer Tage. Ist das denkbar? Ich denke ja. (…)
Die größte Leistung, die Joyces Kunst hervorbringt, ist dass er nicht ein glückliches, sondern ein hoffnungsvolles Ende schafft. Dabei kreierte er die zentrale Geschichte des 20. Jahrhunderts. Niemand kommt ihm auch nur nahe. (…)
Wer nach Schauspielern und Schauspielerinnen sucht – wo kann er besser beginnen als in Dublin!? Als Maureen Potter, die Königin von Dublins Music Halls, die Rolle annahm, als sich Milo O’Shea, Rosaleen Linehan, Anna Manahan und sechzig andere dazu gesellten, hatte wir ein Team der ganz Großen. Keine/r von ihnen stand vorher vor einer Kamera, soweit ich weiß. Mit diesen Darstellern am Set zu sein, hieß dem Genius selbst bei der Arbeit zuzuschauen. Da war nichts, was sie nicht spielen könnten. Es gab keine Halbtöne, keine Nuancen, die ihnen entgingen. Sie waren geboren, um Joyce zu spielen, und er war geschaffen, um für sie zu schreiben. (…)
Die weltweite Reaktion auf den Film übertraf die größten Erwartungen. Alle Kritiker, deren Kommentare zu meinen früheren Filmen mich wütend hinterließen, liebten den Film. Sehr, sehr seltsam, wenn man plötzlich keine Feinde mehr hat! Dann kamen die Zensoren, um den Film zu beurteilen, der nach einem Buch entstand, das eine Generation zuvor dieselbe Überprüfung über sich ergehen lassen musste. Der Film wurde in 25 Sprachen übersetzt und in jeder Sprache wurde der Zugang eingeschränkt. Was kann man mehr verlangen?
Es geschahen fantastische, unglaubliche Dinge. Australien verbot den Film ganz. Neuseeland entschied, dass der Film nur von gleichgeschlechtlichem Publikum angesehen werden darf. (…) Die ausgesperrten Australier begannen, Flüge nach Neuseeland zu buchen, um ,Ulysses‘ anzuschauen. Wer hätte das gedacht!
Ich hoffe, Ihnen gefällt der Film. Wir haben ihn mit viel Liebe gemacht.“
Joseph Strick

115 Jahre Bloomsday 
Dazu läuft der Ulysses-Film von Joseph Strick zum ersten Mal in einer brandneuen digitalen Kopie in der engl. OF-Fassung. Im Anschluss laden wir zum Bloom’s Lunch mit Gorgonzola-Sandwiches und rotem Burgunder.