Die Protagonistin des Films würde antworten: mit Geschick. Mit 16 verheiratet und heute Mutter von vier Teenagern, träumt sie von der Befreiung aus einer gescheiterten Ehe. Aus ihrer Familie ausgeschlossen und auf sich selbst gestellt, bemüht sie sich, ihre finanzielle Unabhängigkeit zu bewahren. Azza arbeitet als Fahrlehrerin für Frauen. Hinter dem Steuer eines großen SUVs fühlt sie sich selbstbewusst und meistert – genau wie auf der Straße – die Hindernisse des Lebens: mangelnde Bildung, unsichere Arbeitsverhältnisse, Ausgrenzung durch die Familie und die Trennung von ihren Kindern.
Azza tut alles, um sicherzustellen, dass ihre Töchter nicht das durchmachen müssen, was sie selbst erlebt hat. Sie träumt von einer Reise durch die Wüste. Dieses Abenteuer wird zu einer Möglichkeit, sowohl ihr Land als auch sich selbst zu entdecken. Das Autofahren erweist sich als Mittel zur Freiheit – genau wie für viele andere Frauen.
Der über drei Jahre gedrehte Dokumentarfilm von Stefanie Brockhaus bietet einen intimen Einblick in Azzas Leben, ihre Heimat und eine Gesellschaft am Rande des Wandels zwischen Tradition und Moderne.
Pressestimmen
"Azza erweist sich als charismatische Figur, die ihre Lebensfreude ebenso wie ihre Traurigkeit offen zeigt. Ihr Freiheitsdrang, der in jeder Einstellung spürbar ist, ist für die Männer in ihrer Umgebung unbequem.", schreibt der Filmdienst.
"Regisseurin Stefanie Brockhaus (...) hat ein bildstarkes, faszinierendes und sehr persönliches Porträt dieser Frau geschaffen, die sich mutig gegen Konventionen wehrt, die bei allen Schwierigkeiten für eine neue Sichtbarkeit von Frauen in Saudi-Arabien steht.", so Radio Eins.
Drehbuch, Regie Stefanie Brockhaus (Dokumentarfilm)
Kamera Anne Misselwitz
Musik Amélie Legrand
DE 2025, 90 Min., arab./engl.OmU, ab 6