Die junge Staatsanwältin Seyo Kim tritt entschlossen gegen die tricksenden Reden eines rechtsextremen Angeklagten auf. Als sie kurz darauf Opfer eines Attentats wird, übernimmt sie „ihren Fall“ selbst … und das in und mit einem Rechtssystem das rechts offenbar blind ist.
Der deutsch-iranische Regisseur Faraz Shariat macht aus dieser „einfachen Geschichte“ einen spannenden Thriller mit einer sensiblen, aber immer wieder unberechenbar hartnäckigen jungen Koreanerin im Mittelpunkt. Das Drehbuch hat Claudia Schäfer über mehrere Jahre entwickelt.
Sie sagt: „Könnte eine linke, selbst von Rassismus betroffene Staatsanwältin in dieser hierarchischen Institution überhaupt Einfluss nehmen? Ist die deutsche Justiz so angelegt, dass sie Opfern rassistischer Gewalt gerecht werden kann? Und gerecht werden will? Was hat sich verändert, seit Generalstaatsanwalt Fritz Bauer in den 60ern skandierte: „Wenn ich mein Büro verlasse, betrete ich feindliches Ausland?“ Ist ein Gericht, besetzt mit drei Schwarzen Richter:innen, in Deutschland überhaupt denkbar? In dem wir diesen inneren Widerständen folgten, spannen wir das Szenario weiter. Was wäre passiert, wenn unsere Protagonistin nicht Anwältin geworden wäre, sondern doch den Weg als Staatsanwältin gewählt hätte? Wir schickten ,Seyo Kim‘ als Alter Ego auf eine Reise in eine weiße Gegend Deutschlands – in eine Institution, in der sie nicht mal ihre besten Freund:innen vermuten würden.“
Hamburger Premiere
Dazu kommen am Mittwoch, 26. August um 20 Uhr der Regisseur Faraz Shariat, İbrahim Arslan, Aktivist, historisch-politischer Bildner und Überlebender der rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992, sowie Gül Pınar, Fachanwältin für Strafrecht und Nebenklagevertreterin im NSU-Prozess, Moderation: Nhi Le, Journalistin und Moderatorin
In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg
Regie Faraz Shariat
Drehbuch Claudia Schaefer, Sun-Ju Choi, Jee-Un Kim
Kamera Lotta Kilian
Musik Gabriel Ólafs
Besetzung Chen Emilie Yan, Julia Jentsch, Alev Irmak, Arnd Klawitter, Sebastian Urzendowsky
DE 2026, 113 Min., dtF