In Mexiko werden mehr als 130.000 Personen vermisst. Das Risiko für Migrant:innen und Menschen auf der Flucht, Opfer von gewaltsamen Entführungen zu werden, ist dabei besonders hoch. Internationale Menschenrechtsorganisationen benennen insbesondere die Zwangsrekrutierung von Minderjährigen durch Akteur:innen des organisierten Verbrechens als eine der Ursachen für das Verschwinden.
Der Film ,Toshkua‘ (das Wort der im Honduras lebenden indigenen Pesh-Gemeinschaft für „Verschwinden“) begleitet die Honduranerin Mary bei der Suche nach ihrem Sohn Marco, der auf seinem Weg von Honduras in die USA entführt worden ist. Im Laufe ihrer Reise schließt sie sich anderen Müttern in Mexiko an, die nach ihren Kindern suchen. Hinter jeder einzelnen vermissten Person steht eine Familie, die sucht und für eine Aufklärung des Verbleibs ihrer Angehörigen kämpft.
Francisco, Ältester der Pesh-Gemeinschaft erlebt die Zerstörung des tropischen Regenwalds, die Vertreibung seines Volkes, die Abwanderung seiner Kinder und das Verschwinden seiner eigenen Sprache.
Beide kämpfen auf ihre Art und Weise gegen das Verschwinden.
Vorstellung mit Gästen
Am Montag, 31. August um 17.30 Uhr gibt es nach dem Film ein Gespräch mit Mary Martínez, Mutter des verschwundenen Marco, Regisseur Ludovic Bonleux und Mariana Ávila Montejano (Direktorin der Beobachtungsstelle für soziale und geschlechtsspezifische Gewalt in der mexikanischen Stadt Aguascalientes) über das Verschwinden in Mexiko, den unermüdlichen Einsatz der Angehörigen und die Lebensrealität zahlreicher mexikanischer Familien.
Der Film wird im Original in Spanisch mit englischen Untertiteln gezeigt. Die anschließende Diskussion mit dem Regisseur findet ebenfalls auf Spanisch statt. Eine Flüsterverdolmetschung ins Deutsche kann bei Bedarf angeboten werden.
Der Eintritt ist frei. Freikarten gibt es am Veranstaltungstag an der Kinokasse.
Drehbuch, Regie Ludovic Bonleux (Dokumentarfilm)
Kamera Ernesto Pardo, Ludovic Bonleux
Musik Manuel Danoy
Mit Mari und Francisco
MX 2023, 80 Min., span.OmeU