In Vermiglio lebt – weit entfernt vom Krieg, der doch immer präsent ist – die große Familie des Dorflehrers, der halb Landmann, halb Intellektueller ist. Seine Töchter Lucia, Ada und Flavia teilen sich ein Zimmer und ein Bett. Lucia und ihre Schwestern suchen unter dem wachen Blick ihrer Mutter ihre eigenen Wege ins Leben. Sie träumen von einer Zukunft nach dem Krieg. Es müssen neue Wege sein!
Als Pietro, ein junger Deserteur aus Sizilien, auftaucht, verliebt sich Lucia und heiratet. Aus drei Schwestern werden zwei. Ada und Flavia werden durch den Vater getrennt, der Flavia vorzieht und Ada nicht beachtet. Doch das überraschendste Schicksal ist für Lucia reserviert…
Im Verlauf der Jahreszeiten erzählt Regisseurin Maura Delpero in ihrer Familiensaga von Menschen zwischen Tradition und Zeitenwende, Aufbruch und Selbstbestimmung. Kameramann Mikhail Krichman hat das einfache Leben (und die Alpen-Panoramen) in betörenden Bildern eingefangen.
Pressestimmen
Ein "feinsinniger, vielschichtiger Film über alltägliche Dinge in einer Welt, die abseits des kriegserschütterten Europas des Jahres 1944 steht, aber trotzdem von dessen Ausläufern erfasst wird. Getragen von scheuen, fest in ihr soziales Korsett gepressten Charakteren, die meisterlich verhalten gespielt werden.", so der Tagesspiegel.
"Die überaus berührende Geschichte mit atemberaubenden Bildern und einer intensiven, authentischen Atmosphäre zieht das Publikum in eine abgelegene Welt hinein, in eine vergangene Zeit, die selbst zeitlos scheint.", schreibt die Aachener Zeitung.
"Delperos atmosphärische Familienerzählung zeigt auf großartig nuancierte Art und Weise, wie sehr das Leben ihrer historischen Protagonisten, und zwar sowohl der Frauen als auch der Männer, von patriarchalen Strukturen eingeschränkt wird.", findet die taz.
Drehbuch, Regie Maura Delpero
Kamera Mikhaïl Krichman
Musik Matteo Franceschini
Besetzung Tommaso Ragno, Giuseppe De Domenico, Roberta Rovelli, Martina Scrinzi
IT/FR/BE 2024, 119 Min., ital.OmU