Zwei Menschen, die eine Krise durchleben, begegnen der Realität im letzten Sanatorium seiner Art. Seit über hundert Jahren kommen Menschen an diesen Ort, die auf Heilung hoffen. So auch Nina und Henri, aus verschiedenen Milieus, aber beide in der Lebensmitte und ausgebrannt.
Zwischen Speisesaal, Liegekur und Therapie kreuzen sich ihre Wege, während sie um den eigenen Seelenfrieden ringen. Das Haus schneit ein und alles wird langsam und leise. Die Geister und Geschichten aus den langen Korridoren werden zum Begleiter ihrer Tage. Die zwei wollen ihre Einsamkeit vergessen, sie werden sich begegnen und sich auseinandersetzen…
Eine Historikerin gräbt derweil im Hausarchiv nach Dokumenten aus der Frühzeit der Kuranstalt auf der Suche nach einer Archäologie der Erschöpfung. Sie erforscht das Sanatorium als Knotenpunkt moderner Erschöpfungsgeschichte und spannt für eine Dissertation einen Bogen von der Neurasthenie zur „inneren Unruhe“ der Gegenwart.
Sascha Hilpert entführt sein Publikum in einen ruhigen, fast stillen Film, der auf dem schmalen Grat zwischen Spielfilm und Dokumentarfilm balanciert.
Film & Psychoanalyse
In der Matinee am Sonntag, 12. April sind dazu Regisseur Sascha Hilpert und die Expertin Dr. med. Eva Hahn zu Gast.
Regie Sascha Hilpert
Drehbuch mit Martin Rosefeldt
Kamera Dirk Lütter
Schnitt Janina Herhoffer
Besetzung Birgit Unterweger, Rafael Stachowiak, Wolf List, Sarah Bernhardt, Marcel Sitnik
DE 2024, 119 Min., dtF, ab 12