In den 1960er Jahren breiteten sich in ganz Lateinamerika revolutionäre Bewegungen, die auf der Befreiungstheologie fußten, die Millionen Christen dazu inspirierte, sich den Revolutionen anzuschließen.
Jahrzehntelang spielte diese Befreiungstheologie, ein basisdemokratischer Zweig des Katholizismus, der sich auf die Seite der Armen und Unterdrückten stellte, eine mächtige und einflussreiche Rolle in den revolutionären Bewegungen Lateinamerikas. Ihr Grundgedanke ist, so die nicaraguanische Theologin und Journalistin María López Vigil, dass Gott nicht neutral ist und auf der Seite der Armen steht. Für die USA war die Befreiungstheologie so gefährlich wie der Kommunismus.
Jahrzehnte nach der Zeit des revolutionären Aufbruchs, reist Regisseur François-Xavier Drouet durch Lateinamerika, trifft Schlüsselfiguren und zeichnet die Geschichte der Befreiungstheologie mit Interviews und Archivmaterial nach. Die Dokumentation begleitet einen belgischen Pastor, der in der Gegenbewegung in Nicaragua kämpft und nimmt uns mit auf eine Reise in revolutionäre Bewegungen in El Salvador, Brasilien, Nicaragua und Mexiko.
In einer Zeit, in der das evangelikale Christentum auf dem Vormarsch ist und mit konservativer Politik assoziiert wird, erinnert ,The Gospel of Revolution‘ daran, dass es nicht so sein muss.
Drehbuch, Regie François-Xavier Drouet (Dokumentarfilm)
Kamera Colin Lévêque
Musik Bruno Schweisguth
FR/BE 2024, 120 Min., OmU, ab 12