All das verschmilzt zu einer einzigen Bewegung.
Die Schauspielerin Kristen Stewart befreit in ihrem ersten Film als Regisseurin die Schwimmerin (und heutige Schriftstellerin) Lidia Yuknavitch aus den Konventionen des klassischen Biopics. Statt einer linearen Lebensgeschichte erzählt der Film aus der subjektiven Perspektive seiner Hauptfigur – fragmentarisch, aus nächster Nähe und körperlich.
Die Schwimmerei eröffnet für Lidia eine Fluchtöglichkeit aus der Familie, die von Gewalt und Alkohol geprägt ist. Doch Schmerz und Selbstzerstörung begleiten sie auch während ihrer Karriere als Schwimmerin, die genau aus diesen Gründen auch beendet werden muss.
Erst als sie in einer sehr körperlichen und unkonventionellen Art zu schreiben beginnt, gelingt es ihr, sich ihre eigene Geschichte anzueignen und ihre Erfahrungen von Verletzung und Verlust in Sprache zu verwandeln, die andere verstehen und „mit nimmt“.
Imogen Poots verkörpert Lidia Yuknavitch mit einer Präsenz, die nichts erklärt, sondern einfach nur zeigt. Kirsten Stewart findet für Yuknavitchs Prosa eine filmische Form, die deren sinnliche Sprache nicht illustriert, sondern übersetzt. Ihr Film taucht ganz in das Erleben seiner Hauptfigur ein – und erzählt den schwierigen Prozess einer Selbstermächtigung.
Pressestimmen
"Klug und provokant und extrem intensiv - ein Film, über den man trefflich streiten kann, wozu man ihn natürlich unbedingt vorher anschauen muss.", findet der NDR.
"Kein gefälliger Einstieg, sondern ein riskanter Versuch, eine literarische Innenwelt in Kino zu übersetzen. Stewart zeigt den Mut, eine persönliche Vision gegen narrative Konventionen zu verteidigen.", so die taz.
"Gleichzeitig brutal, poetisch und unvergleichlich fesselnd.", schreibt Queer.de.
Regie Kristen Stewart
Drehbuch mit Andy Mingo
Musik Paris Hurley, Amanda Higgs
Besetzung Imogen Poots, Thora Birch, James Belushi, Charlie Carrick, Tom Sturridge, Susannah Flood
US/FR/LT 2025, 133 Min., engl.OmU, ab 16