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Nürnberg 1945

Nachdem einige hohe Verantwortliche der Nazi-Diktatur gefangen worden waren, darunter Hermann Göring, herrschte bei den Alliierten der Wunsch, diese vor ein Gericht zu stellen und zu bestrafen. Es dauerter einen Moment, bis sich die US-Justiz mit ihrer Idee eines „korrekten“ Verfahrens durchsetzte. Dazu gehörte auch, dass in kurzer Zeit, das Völkerrecht geschaffen wurde, um einen solchen Prozess auf verlässliche Beine zu stellen. 

So bekam der junge amerikanische Militärpsychiater Dr. Douglas Kelley einen ungewöhnlichen Auftrag: Er soll die 24 inhaftierten hohen Verantwortlichen des NS-Regimes in Vorbereitung auf die Nürnberger Prozesse afu ihren Geisteszustand untersuchen. Das sollte mit einerseits mit standardisierten Psycho-Tests, andererseits in Gespärchen geschehen. Unter ihnen ist Hermann Göring, dessen Intelligenz, Charisma und manipulative Stärke Kelley gleichermaßen herausfordern wie faszinieren.

Den jungen Arzt spielt Rami Malek (bekannt durch seine Darstellung von Freddie Mercury in ,Bohemian Rhapsody‘). Russel Crowe spielt Herman Göring. Michael Shannon (,Zeiten des Aufruhrs‘, ,Nocturnal Animals‘) tritt als US-Ankläger Robert Jackson auf, der in den USA und anderswo jahrelang für das Entstehen eines rechtlich sauberen Prozesses kämpfe – ein völlig integrer Freund starker Worte. HIer ein Ausschnitt aus seiner Eröffnungsrede:

„Das Privileg, den ersten Prozess in der Menschheitsgeschichte wegen Verbrechen gegen den Weltfrieden zu eröffnen, bringt eine tiefgreifende Verantwortung mit sich. Die Vergehen, die wir hier verurteilen und bestrafen wollen, waren so kalkuliert, so bösartig und so verheerend, dass sie zu ignorieren von der Zivilisation nicht hingenommen werden kann, denn ihre Wiederholung würde das Ende der Menschheit bedeuten. Dass vier große Nationen, berauscht vom Sieg und verletzt durch das erlittene Unrecht, von Rache absehen und ihre gefangenen Feinde freiwillig dem Urteil des Gesetzes unterwerfen, ist eine der bedeutendsten Ehrungen, die die Macht der Vernunft jemals zuteil werden ließ.“

Pressestimmen
"Dass diese Verführung sich in ’Nürnberg’ glaubhaft anfühlt, ist nicht zuletzt Russell Crowes grandioser Schauspielleistung geschuldet. Mit scheinbar müheloser Leichtigkeit changiert er zwischen kumpelhafter Vertraulichkeit und beschwörender Autorität.", sagt die taz.
"Es ist vor allem die gefährliche Intimität, die dieser Film kreiert, wodurch er einen solchen Sog entwickelt.", so die Berliner Zeitung. "Spannend ist der Film auch, weil er Details beschert, die man als Laie vielleicht so noch nicht wusste."
"In einer Zeit, in der das Völker­recht von einigen Großmächten buchs­täb­lich mit den Füßen getreten wird, erschre­ckend aktuell – und genau darin liegt seine Stärke.", schreibt artechock.

Nürnberg
Start war 7. Mai

Drehbuch, Regie James Vanderbilt

Nach einem Buch von Jack El-Hai

Kamera Dariusz Wolski

Musik Brian Tyler

Besetzung Russel Crowe, Rami Malek, Michael Shannon, Leo Woodall, John Slattery, Richard Grant

US 2025, 149 Min., engl.OmU, ab 12

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