Natürlich ist Rose eine Betrügerin, sie ist kein Mann und ihr gehört auch nicht der Hof, den sie mit einem Papier als den ihren ausweist. Die sehr nuancierte (Klartext: wunderbare) Erzählerin macht dies in ihren manchmal poetischen, manchmal ironischen, dann wieder geziert altmodischen Kommentaren von Anfang an klar. Aber … was soll eine Frau machen, die wirkliche Freiheit genießen will?
Eines Tages nach dem großen Krieg des 17. Jahrhunderts erscheint ein Soldat in einem abgeschiedenen Dorf. Der Fremde, der eine lange Narbe im Gesicht unter einem großen Hut verbirgt, behauptet, Erbe eines verlassenen Gutshofs zu sein, und hat ein Dokument, das seinen Anspruch bestätigt. Widerwillig lässt man ihn gewähren. Doch die Zeit arbeitet für den Fremden. Langsam akzeptiert man ihn; nicht zuletzt, weil es ihm gelingt, den Hof wieder auf Vordermann zu bringen.
Mit dem Erfolg wachsen Roses Ansprüche und ihre Ziele. Ihr Interesse an einem Nachbargrundstück – bzw. an dem Bach, der dort fließt – beantwortet der Eigentümer mit dem Vorschlag für einen Handel: Rose heiratet eine seiner Töchter, dann mag „er“ das Land kaufen. Obwohl absehbar ist, dass Rose ihr Geheimnis so nicht wahren kann, sagt sie zu … und sie hat noch Glück, denn die junge Frau, die Rose heiratet, ist bereit, für sich zu behalten, was sie nach und nach versteht…
Markus Schleinzer führt seine allegorische Fabel, die Kameramann Gerald Kerkletz in malerischen Schwarzweiß-Bildern eingefangen hat, zu ihrem unausweichlichen Ende. Caro Braun als Ehefrau ist eine Entdeckung. Neben Sandra Hüller in der markanten Hauptrolle (mit einem Silbernen Bär in Berlin belohnt) sei noch die Erzählerin Marisa Growaldt und ihre melodische Stimme erwähnt.
Wer etwas tiefer graben möchte, findet HIER eine historische Liste von als Mann verkleideter Militärs. Einer der ersten Einträge ist Mulan, die durch Disneys Zeichentrickfilm bekannt wurde, der wiederum auf einem alten chinesischen Gedicht beruht. Einer der letzten Einträge nennt Liesl Karstadt…
Hamburger Premiere
Dazu kommen am Donnerstag, 30. April um 19 Uhr Regisseur Markus Schleinzer und die Darsteller:innen Caro Braun – sie spielt die Ehefrau – und Godehard Giese – er spielt den nachbarlichen Großgrundbesitzer – ins Abaton.
Regie Markus Schleinzer
Drehbuch mit Alexander Brom
Kamera Gerald Kerkletz
Musik Tara Nome Doyle
Besetzung Sandra Hüller, Caro Braun, Godehard Giese, Maria Dragus, Annalisa Hohl, Robert Gwisdek
Erzählerin Marisa Growaldt
AT/DE 2026, 94 Min., dtF, ab 12