Im Frühjahr 1945 wird Demmin, eine kleine Stadt in Mecklenburg- Vorpommern, zum Ort einer schrecklichen Tragödie: Während die Rote Armee heranrückt, nehmen sich hunderte Einwohner das Leben. Sie schneiden sich die Pulsadern auf, vergiften oder erschießen sich; Eltern töten erst ihre Kinder und dann sich selbst, ganze Familien gehen mit Steinen beschwert ins Wasser – aus Angst vor der Gewalt der sowjetischen Soldaten.
Bis zum Ende der DDR wird über die konkreten Umstände des beispiellosen Massensuizids geschwiegen. Bis heute sind die genauen Opferzahlen der kollektiven Hysterie nicht bekannt. Aktuell versuchen Neonazis die Leerstelle zu besetzen und für ihre Zwecke zu missbrauchen. An jedem 8. Mai, dem Tag des Endes des Zweiten Weltkriegs, vollzieht sich in Demmin ein gespenstisches Ritual: Neonazis marschieren schweigend durch die Straßen der Gemeinde. Mit ihrem „Trauermarsch“ instrumentalisieren die Rechtsradikalen die Erinnerung an die Tragödie.
Mehrere Hundertschaften Polizei haben dann Stellung bezogen und versuchen, Gegendemonstranten von der Route fernzuhalten. Ein Tag, an dem sich die Risse in der deutschen Gesellschaft öffnen.
Vorstellung mit Gast
Am Dienstag, 28. April um 17.30 Uhr ist der Regisseur Martin Farkas mit seinem Film zu Gast.
In Kooperation mit Solidaritätszuschlag
Drehbuch, Regie Martin Farkas (Dokumentarfilm)
Kamera Roman Schauerte
Schnitt Anne Fabini
DE 2017, 90 Min., dtF, ab 12