Helene Weigel hat ein unglaubliches Vermächtnis hinterlassen – mit ihrem eigenen Werk und dem ihres Mannes Bertolt Brecht, der an ihr wuchs und mit ihr Theatergeschichte schreiben konnte. Von der „lärmendsten Schauspielerin Berlins“, die Anfang der 1920er Jahre mit explosivem Stil und rabiater Behauptungskunst zum Theaterstar der Hauptstadt aufstieg, zur Intendantin des Berliner Ensembles, die altes Kriegsgerät als Theatertechnik verbauen ließ. Sie war eine Macherin, die sich für nichts zu fein war. Ihr Spektrum reichte von der Handwerkerin bis zur Erneuerin des Epischen Theaters, von der Sängerin in Arbeiterkneipen bis zur Matriarchin mit Masterplan, die sich und ihr Theaterhaus gegen alle Verwerfungen der Nachkriegszeit zu wehren wusste.
Für viele Menschen in der jungen DDR wurde sie zur Hoffnungsträgerin. Der Dokumentarfilm von Maria Wischnewski füllt eine gravierende Lücke, denn erschütternd wenig wird an den gewaltigen Spielraum erinnert, den Helene Weigel für sich, die Schauspielkunst und die Kulturpolitik erkämpfte. Er lässt teilhaben an diesem verwegenen, rasanten, tragischen Leben. Höchste Zeit ist es für die Geschichte dieser Jüdin aus Wien, die zu einer Frau der Extreme wurde.
Mit viel Feingefühl erzählt Regisseurin Maria Wischnewski auch von der privaten Seite dieses hochpolitischen Lebens, von Liebe und Schmerz einer zutiefst menschlichen Heldin.
Hamburger Premiere
Am Donnerstag, 12. November um 19.30 Uhr stellt Regisseurin Maria Wischnewski ihren Film persönlich vor.
Drehbuch, Regie Maria Wischnewski (Dokumentarfilm)
Mit Birgit Minichmayr, August Diehl, Katharina Thalbach
Archivaufnamen mit Helene Weigel, Bert Brecht u.v.a.
DE/AT 2026, 107 Min., dtF, ab 6