Die junge Lea hat sich bei einer Castingshow beworben. Ein Filmteam kommt in den kleinen, thüringischen Ort Greiz, um ein „Home Movie“ mit Lea zu machen. Der Redakteur fragt sie: „Wer bist Du und was macht Dich aus?“
Lea steht nur da: Sie weiß es nicht.
Ein Blick auf Leas Familie: Da sind ihre Eltern, Matze und Rieke, frisch getrennt. Matze ist ausgezogen und wohnt im alten Gasthof von Leas Großeltern. Rieke ist schwanger von Arthur, dem Schulleiter des Ortes. Die beiden üben noch, was Familie für sie sein soll. Auch die Großeltern (Christl und Friedrich) haben Probleme: mit sich und mit ihrem untergehenden Hotel. Auf dem aufsteigenden Ast ist allerdings Leas Tante Kati, die mit viel Kohle der EU das alte Schloss des Ortes zum Museum ausbaut.
Um es gleich zu sagen: Dramen finden hier hintergründig statt. Es gibt Probleme, es fallen harte Worte, aber das ist halt so.
Mit ihrem dritten Spielfilm ist Eva Trobisch ein liebevoll-schmerzhaftes Familienporträt gelungen. Dabei konnte sich die Regisseurin und Drehbuchautorin auf ein schönes Ensemble verlassen – allen voran Neuentdeckung Frida Hornemann als Lea, die mit einer irritierenden Zurückhaltung spielt. Da sind Max Riemelt als ihr Vater, Eva Löbau als Leas „Hans Dampf in allen Gassen“-Tante Kati und schließlich Florian Lukas als der „neue Mann“ in Riekes Leben.
Und da ist der Home-Movie, den wir am Ende zu sehen bekommen, wo alles „ganz, ganz anders“ ist. Die Wahl steht jedem frei…
Drehbuch, Regie Eva Trobisch
Kamera Adrian Campean
Musik Teho Teardo
Besetzung Frida Hornemann, Max Riemelt, Eva Löbau, Rahel Ohm, Gina Henkel
DE 2026, 116 Min., dtF, ab 12