Der Film von Valérie Lemercier: Wir sind in Quebec in Kanada etwa im Jahr 1980. Unsere Heldin heißt Aline Dieu und ist das 14. und letzte Kind einer großen Musiker-Familie. Mit ihrer Stimme, die schon mit 12 Jahren ein großes Potential hat, begeistert sie die Familie so sehr, dass Mutter Sylvette eine Aufnahme an den Produzenten Guy-Claude Kamar schickt. Der ist hin und weg, lädt das Mädchen zum Vorsingen und beschließt auf der Stelle, sie zum größten Star zu machen, den er je produziert hat. Und so kam es.
Das Leben von Céline Dion: Tatsächlich war sie 1988 (für die Schweiz) beim European Song Contest und hat (wenn auch knapp) gewonnen. Da war sie gerade zwanzig Jahre alt. Aber es ist einfach wahr und wirklich geschehen: Die Erfolge wurden immer größer und internationaler. Auf Betreiben ihres Managers, der in Wirklichkeit René Angélil hieß, lernte sie englisch, was ihr ein paar Jahre darauf auch den amerikanischen Markt öffnete (mit Alben, die in Europa eher unbekannt sind). Nicht nur, dass die beiden trotz des Altersunterschiedes ein Liebespaar wurden; sie wurden trotz dieser „gewagten Kombination“ international anerkannt (und gemocht). Und auch der Titel-Anhang „The Voice of Love“ spielt auf diese Liebe an.
Auf der Liste der Erfolge ist noch der Titelsong zu Camerons ,Titanic‘ zu nennen. Da ist die Arbeit mit dem in Deutschland nahezu unbekannten Jean-Jacques Goldman, der noch am Besten in das amerikanische Schema vom Singer-Songwriter passt. Und sind da insgesamt fast zehn Jahre, die Céline Dion mit zwei großen, bunten Bühnenshows in Las Vegas (im Cesar’s Palace, wo sonst?) aufgetreten ist. Irgendwie einfach unglaublich.
Ein Wort noch zu Valérie Lemercier. Sie war die freche junge Frau, die mit Jean Reno und Christian Clavier in „Die Besucher – Les visiteurs“ durch dick und dünn ging. Drei Jahre später hat sie für den französischen Sender TF1 ihren ersten, eigenen Film gedreht. Bei den gut 35 Filmen, in denen sie gespielt hat, hat sie sechsmal selbst Regie geführt – so wie jetzt auch bei „Aline“. Was das „Verjüngen“ von gealterten Schauspielerinnen angeht, ist Valérie Lemercier dabei mutiger als Martin Scorsese (der ja Robert de Niro in seinem letzten Film nochmal jung sein ließ). Die Bilder von Aline als Kind und als Jugendliche werden Sie so schnell nicht vergessen!
Wer den Akzent mag, mit dem die Kanadier aus Quebec französisch sprechen, dem empfehlen wir die OmU-Fassung: es wird kanadiert, dass es eine Freude ist!
Regie Valérie Lemercier
Drehbuch mit Brigitte Buc
Kamera Laurent Dailland
Singstimmen Victoria Sio, Emma Cerchi
Musikalischer Leiter Pascal Mayer
Besetzung Valérie Lemercier, Sylvain Marcel, Danielle Fichaud, Roc LaFortune, Antoine Vézina, Jean-Noël Brouté
FR/CA 2021, 124 Min., frz.OmU