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Poesie pur

Nach dem großen finanziellen Erfolg von ,Prinzessin Mononoke‘ legte Hayao Miyazaki erst einmal eine Ruhepause ein, kam dann aber doch wieder mit einem großen Projekt auf sein Team zu … und landete mit ,Chihiros Reise ins Zauberland‘ einen noch größeren Hit. Schon ,Mononoke‘ war zu den Oscars eingereicht worden, aber nichtmal nominiert. Mit ,Chihiro‘ gab es nun – neben vielen anderen Preisen – einen Goldenen Bär in Berlin (zusammen mit ,Bloody Sunday‘) und einen Oscar als bester Animationsfilm.

Die 10jährige Chihiro ist mit ihren Eltern auf dem Weg in eine andere Stadt. Irgenwo verfahren sie sich und landen am Eingang eines Tunnels. Neugierig durchqueren sie den Tunnel und treffen auf etwas, das wie in verlassener Freizeitpark aussieht. Die Küche ist noch aktiv und Chihiros Eltern nehmen sich von dem kostenlos angebotenen Essen (und werden sich bald in Schweine verwandeln).

Chihiro dringt tiefer in das Anwesen vor und stößt auf ein riesiges, vor allem sehr hohes Badehaus. Dort begegnet es den ersten Presonen. Da ist der kleine Haku, der wie alle Personen, die Chihro kennenlernt, noch eine andere Person in sich birgt. Vor allem ist da aber die „böse Hexe“  Yubaba, die Herrscherin über das Badebaus. Haku warnt Chihiro, Yubaba nie ihren wahren Namen zu nennen, dann wird sie ihn rauben und dich auslöschen…

„Leute, die Filme machen, haben Angst vor der Stille“, sagt Hayao Miyazaki, „deshalb wollen sie die Stille übertünchen und überdecken. Sie befürchten, dass sich das Publikum langweilen könnte. Aber nur weil der Film die ganze Zeit achtzig Prozent intensiv ist, heißt das noch lange nicht, dass die Kinder einem ihre Aufmerksamkeit schenken. Was wirklich zählt, sind die zugrunde liegenden Gefühle – dass man diese nicht aus den Augen verliert. Was meine Freunde und ich seit den 1970er Jahren versuchen, ist, die Dinge ein wenig zu beruhigen. Man darf die Zuschauer nicht einfach nur mit Lärm und Ablenkung bombardieren. Statt dessen sollte man beim Drehen eines Films den Gefühlen der Kinder folgen. Wenn man der Freude, dem Staunen und dem Mitgefühl treu bleibt, braucht man weder Gewalt noch Action. Das ist unser Grundsatz.“

Chihiros Reise ins Zauberland
Start ab 20. August

Drehbuch, Regie Hayao Miyazaki (Animation)

Animation Masahi Ando, Mariko Matsuo, Atsushi Tamura, Hiromasa Yonebayashi

Musik Joe Hisaishi

jap. Stimmen Rumi Hiiragi, Yasuko Sawaguchi, Miyu Irino, Bunta Sugawara, Yumi Tamai, Mari Natsuki, Takeshi Naitou

dt. Stimmen Sidonie von Krosigk, Elisabeth Günther, Tim Sander, Fred Mairek Cosma Shiva Hagen, Nina Hagen

JP 2001, 125 Min., jap.OmU|dtF, ab 0

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