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Jelena und ihr Vater

„Drogeninduzierte, chronifizierte schizoaffektive Psychose des manischen Formenkreises, Typ polytox, kein Morphintyp” – so lautet die Diagnose meines Vaters.
Übersetzt heißt das: Er durchlebt immer wieder denselben Kreislauf. Psychosen reißen ihn aus der Realität, Klinikaufenthalte holen ihn zurück, danach folgt die depressive Scham. Während dieser Psychosen ist er unberechenbar und lebt seine Gewalt offen aus, auch gegen die Menschen in seinem Umfeld. Für mich ist er jedoch nicht nur ein Täter, dessen Taten ich zutiefstverurteile, sondern auch ein Mensch, den ich liebe und ein Künstler, den ich bewundere.
In Fotografien, Malereien und Skulpturen hat er die Welt seiner Psychosen festgehalten. Auch unsere Beziehung findet ihren Ausdruck in der Kunst: in einem gemeinsamen Comicbuch, dessen Seiten wir abwechselnd mit Zeichnungen füllen. Er kämpft gegen sich selbst, gegen seine Krankheit und gegen ein System. Und ich an seiner Seite.“

Nachdem er fünf Jahre im Gefängnis war, rückt der Tag der Freilassung für Jelena Ilićs Vater immer näher. Mit ihrem Film ,Eine Krankheit wie ein Gedicht‘ versucht sie sich auf diesen Tag vorzubereiten. Aber ist eine normale Beziehung zwischen Vater und Tochter erneut möglich? 

Ihr Film hat beim Max-Ophüls-Festival den Publikumspreis bekommen. Er erzählt mit Wärme, Humor und großer visueller Kraft von einem umgekehrten Eltern-Kind-Verhältnis, von der Poesie im Chaos und dem Durchdringen einer Krankheit.

Premiere
Zur Premiere am 20. September um 17 Uhr ist die junge Regisseurin Jelena Ilić zu Gast.

Eine Krankheit wie ein Gedicht
Start ab 8. Oktober

Drehbuch, Regie Jelena Ilić (Dokumentarfilm)

Kamera Martin Paret

Musik Caroline Kox, Antonia de Luca

Animationen Alina Cyranek Tim Romanowsky u.a.

Mit Sladjana Ilić, Detlef Kissel, Jelena Ilić

DE 2026, 88 Min., dtF, ab 12

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