Ein junger Mann geht wie jeden Tag zur Arbeit. Dazu nimmt er die U-Bahn. Dann geht er durch die Gänge zum Exit 8, das ist sein Ausgang. Aber an diesem Tag funktioniert das nicht. Irgendwas ist anders. Genauer gesagt: Was immer er tut, ob er links oder rechts geht, er kommt immer wieder in dem selben Gang aus! Und wo sind jetzt all’ die Leute hin? Er begegnet nur noch einem Mann mit einer schwarzen Aktentasche, aber das schon mehrmals. Panik kommt auf.
Dann findet er ein Schild, auf dem „Regeln“ stehen. Die lauten so: Wenn Du eine „Anomalie“ siehst, kehre um. Wenn es keine Anomalie gibt, gehe voran. Aber was ist eine Anomalie? Zum ersten Mal betrachtet der Mann die Plakate (auf der linken Seite des Ganges), er zählt die Türen (rechts) und irgendwann auch die Luftschächte…
Ganz klar, das erinnert stark an ,Backrooms‘ und die Macher haben auch ein Bild für den Kinoaushang, das Motive beider Filme vergleicht. Ganz konkret basiert der Film aber auf dem gleichnamigen Computer-Spiel. Dort gibt es schon den weiß gekachelten Gang, der stark an die Tokioter U-Bahnstation Kiyosumi-Shirakawa erinnert.
Regisseur Genki Kawamura hat seine ganz eigene Interpretation, was „Anomalien“ sind. Er sagt: „Ähnlich wie ,Ugetsu‘ von Kenji Mizoguchi oder ,The Shining‘ von Stanley Kubrick ist dieser Film eine albtraumhafte Reise in ein Labyrinth aus verzerrter Zeit und verzerrtem Raum. Der Film hat den Unterhaltungswert eines Horrorfilms, behandelt aber gleichzeitig tiefgründige Themen. Der sich endlos wiederholende Korridor ist eine Metapher für unseren Alltag, und die Anomalien symbolisieren die latente Schuld oder die Sünden des Protagonisten – oder der Gesellschaft insgesamt.“
Regie Genki Kawamura
Drehbuch mit Hirase Kentaro nach dem Roman von Yamato Kôchi
Kanera Keisuke Imamura
Musik Yasutaka Nakata, Shohei Amimori
Besetzung Kazunari Ninomiya, Yamato Kôchi, Naru Asanuma
JP 2025, 95 Min., jap.OmU, ab 12