Oscars Besessenheit von der Poesie hat ihm bislang keinen Ruhm gebracht. Er ist zum lebenden Klischee des erfolglosen Dichters geworden, launisch, oft betrunken, ständig pleite und natürlich geschieden. Als er Yurlady begegnet – ein Teenager aus der sozialen Unterschicht mit erstaunlichem Talent – keimt ein Funken Licht in seinem Schattendasein auf.
Seine Idee, sie beim Poesiefestival Medellíns vorzustellen, scheint zu seinem nächsten großen Fehltritt zu werden. Yurlady zeigt zumindest kein großes Interesse, ihre Gedichte zu veröffentlichen oder damit berühmt zu werden.
‚Un Poeta‘ ist eine warmherzige, zugleich scharfzüngige Tragikomödie des kolumbianischen Regisseurs Simón Mesa Soto. 2025 wurde sie in Cannes im Wettbewerb Un Certain Regard mit dem Jurypreis ausgezeichnet.
Pressestimmen
"Sein zutiefst humaner Film, der auch von der Schwierigkeit kreativer Arbeit in der kolumbianischen Klassengesellschaft erzählt, ist ein einziges berührendes und beglückendes Langgedicht.", schreibt artechock.
"Der Handlungsstrang, auf den ’Un Poeta’ schließlich einschwenkt, ist zwar ein äußerst ernster. Gleichzeitig fährt der Film aber auch die absurden Elemente immer mehr hoch. Diese beiden Seiten balanciert das Drehbuch hervorragend.", so Film-Rezensionen.de.
Drehbuch, Regie Simón Mesa Soto
Kamera Juan Sarmiento G.
Musik Matti Bye, Trio Ramberget
Besetzung Ubeimar Rios, Rebeca Andrade, Guillermo Cardona, Allsion Correa, Margarita Soto
Kolumbien/DE/SE 2025, 123 Min., span.OmU