Das Ehepaar Hatixhe und Shaban lebt mit ihren drei Töchtern im ländlichen Kosovo, drei Töchter. Als sein Bruder aus Rache alle Kühe verkauft, verlieren sie über Nacht ihre Existenzgrundlage. Was ihnen bleibt ist der Weg in die Hauptstadt Pristina. Dort nimmt Hatixhes wohlhabende Schwester die Familie auf. Doch was wie Hilfe aussieht, entpuppt sich als eine erste Demütigung.
Um ihren Platz zu finden, brauchen sie erstmal einen Vorschuss: für die drückenden Schuhe der Tochter, für die Medikamente der Mutter, die sie sonst halbieren muss. Dann beginnt die Suche nach Arbeit. Im Nachtclub dürfen sie putzen, für ein Almosen, das vorne und hinten nicht reicht. Shaban geht auf den Arbeiterstrich, wo er sich als Tagelöhner anbietet. Oder ist es besser, als Sicherheitsmann einer Gated Community zu arbeiten?
Mit ,Von Scham und Geld‘ hat Visar Morina (zuletzt ,Exil‘) einen strengen Film gemacht, der sorgfältig beobachtet und menschliche Verhaltensweisen zeigt, ohne das Drama zu überhöhen. Sein Film hat eine Klarheit und emotiionale Authentizität, die man heute selten findet. Besonders der Darsteller des Shaban, Astrit Kabashi, hinterlässt in seinem Kampf um die letzte Würde im Kosovoschen Kapitalismus einen bleibenden Eindruck.
Premiere
Dazu ist am 21. September der Regisseur Visar Morina zu Gast.
Regie Visar Morina
Drehbuch mit Doruntina Basha
Kamera Janis Mazuch
Musik Mario Batkovic
Besetzung Astrit Kabashi, Flonja Kodheli, Fiona Gliavica, Tristian Halilaj
DE/XK/SI/AL/MK 2026, 130 Min., OmU, ab 12