Es beginnt mit einem Notfall: Alex und seine Frau Cécile müssen sofort ins Krankenhaus, weil Céciles Fruchtblase geplatzt ist. So klingelt Alex bei Sandra, seiner Nachbarin, und fragt, ob sie kurz auf seinen sechsjährigen Sohn Elliot aufpassen kann. Sandra ist eine alleinstehende, allein lebende Buchhändlerin. Sie hat bewusst keine Kinder bekommen, hat keine Familie und keinen Freund.
Aus reiner Freundlichkeit sagt sie: Ja!
Damit beginnt die Geschichte einer Annäherung, deren viele Stufen, Höhepunkte und Krisen der Film von Carine Tardieu in kleinen Szenen erzählt. Leider stirbt Cécile bei der Geburt, was dazu führt, dass Sandra „etwas länger“ auf Elliot aufpassen soll. Die beiden kommen sich näher. Elliot hat Sandra offensichtlich auf der Stelle in sein Herz geschlossen. Die kühle Sandra ist immer wieder überrascht, wie direkt Elliot ihr seine Gefühle zeigt. Doch das ist nur ein Anfang. Carine Tardieu erweitert das Personal nach und nach, bis wir so etwas wie eine – nicht immer funktionale – Großfamilie vor uns haben.
Mit ,L’attachement‘ zeigt Hauptdarstellerin Valerie Bruni Tedesci als Sandra einmal mehr ihr ganzes Potential. Pio Marmaï spielt den Alex, der Probleme hat, nicht in seinem Selbstmitleid unterzugehen.
Eine kurze Rolle hat die heute 80jähirge Marie-Christine Barrault (sie begann ihre Karriere 1969 in Eric Rohmers ,Meine Nacht bei Maude‘) als Sandras Mutter: Sie lästert heftig über Feminismus, den sie selbst gelebt hat.
Pressestimmen
"Tardieu durchzieht ihre Geschichte, die mit Valeria Bruni Tedeschi als Sandra perfekt besetzt ist, mit einer gewissen Melancholie, ohne jemals zu dick aufzutragen.", meint der NDR. "Es ist ein Film, der zeigt, dass Familie mehr sein kann als Vater, Mutter, Kind. Ein Film, so chaotisch und liebenswert wie das Leben."
"Tardieu zeigt in ihrem Film viel Gespür dafür, dass Verbindungen komplex, unscharf und manchmal schmerzhaft sind - und dass Heilung nur in gemeinsamer Solidarität möglich ist.", schreibt die FAZ.
"’Was uns verbindet’ ist authentisches Erzählkino in der Tradition des großen Éric Rohmer. Feelgood- Kino mit Tiefgang, bei dem am Ende kein seifiges Gefühl zurückbleibt.", so Radio 3.
Regie Carine Tardieu
Drehbuch mit Raphaële Moussafir, Agnès Feurvre
nach dem Roman L’intimité von Alice Ferney
Kamera Elin Kirschfink
Musik Eric Slabiak
Besetzung Valeria Bruni Tedesci, Pio Marmaï, César Botti, Vimala Pons, Raphaël Quenard, Marie-Christine Barrault
FR 2024, 106 Min., frz.OmU|dtF, ab 6