Zwei Schwestern und der kleine Sohn einer der beiden Frauen steigen in einer fremden Stadt in einem großen Hotel ab, weil eine der beiden sich krank und schwach fühlt. Die drei können die Sprache der Bewohner des Landes nicht verstehen. In den Straßen stehen Panzer; offenbar wird das Land von kriegerischen Auseinandersetzungen heimgesucht. In dem labyrinthischen Hotel isoliert, sinken alle in eine seltsame, lähmende Stimmung. Während ihre Schwester im Hotelzimmer zurückgeblieben, mit der tödlichen Krankheit kämpft, sucht die Mutter des Jungen die sordide Atmosphäre hinter sich zu lassen und gibt sich sexuellen Exzessen hin.
Die für damalige Zeiten direkte Darstellung von Sexualität erzeugte eine starke gesellschaftliche Reaktion und machte ,Das Schweigen‘ zum Skandalfilm, den allein in Deutschland 10 Millionen Menschen gesehen haben. Ingmar Bergman kümmerte sich wenig um diese enorme Publicity. Man darf auch nicht vergessen, dass Sex hier ohne jedes „Herz“ gezeigt wurde. Diese Strenge, die den ganzen Film auszeichnet, ist Bergmans Blick auf eine gottlose Welt: eine schwierige, dunkle Parabel ist, die Türen ins Unbewusste öffnet.
100er Klassiker-Filmreihe
,Sein oder Nichtsein‘ am 23.9. um 20 Uhr ist der Start unserer „100er Filmreihe" – zum 100. Geburtstag von Abaton-Gründer Werner Grassmann. Wir zeigen Filme von oder mit Hundertjährigen, die – wie Werner Grassmann – im Jahr 1926 geboren wurden.
Drehbuch, Regie Ingmar Bergman
Kamera Sven Nykvist
Musik Ivan Renliden
Besetzung Ingrid Thulin, Gunnel Lindblom, Jörgen Lindström, Hakan Jahnberg, Birger Malmsten
Schweden 1963, 95 Min., dtF|schwed.OmU, ab 16