Im Winter 1971 brach Werner Herzog nach langen Vorbereitungen nach Südamerika auf, um einen Film zu drehen, der eigentlich unmöglich war: mit Kinski als durgedrehtem, selbsternannten Führer einer hoffnungslosen spanischen Gruppe auf einem Floss auf dem Amazonas. Den Schwierigkeiten, die es zu übewinden gab, begegnete Herzog mit direkter Aktion. Was man auch so sagen könnte: Er hat sich und seine Truppe in keinster Weise geschont. Für alle Beteiligten waren es sehr, sehr, sehr harte Dreharbeiten. Und das nicht nur, weil Klaus Kinski und Herzog immer wieder hart aneinander gerieten…
Die Geschichte geht so, dass eine zuerst 200 Mann starke spanische Truppe auf der Suche nach dem sagenhaften Goldland El Dorado sich im Dschungel verirrt, schließlich mit Flössen den Amazonas heruntertreibt. Die schließlich auf etwa ein Dutzend reduzierte Gruppe wird in inzwischen von Lope de Aguirre geführt, der nach einer Meuterei einen falschen König (von El Dorado) einsetzt und das Floss und seine Bewohner mit irren Wahnvorstsellungen voran treibt – sei es, dass der Fluss, das Wetter oder die Indigenen mit ihren giftigen Pfeilen für das Ende sorgen.
Trotzdem wirkt der Film, den der damals junge Kameramnn Thomas Mauch gefilmt hat, über weite Strecken nicht sehr dramatisch, sondern eher dokumentarisch (was Drama genug enthält).
100er Klassiker-Filmreihe
,Sein oder Nichtsein‘ am 23.9. um 20 Uhr ist der Start unserer „100er Filmreihe" – zum 100. Geburtstag von Abaton-Gründer Werner Grassmann. Wir zeigen Filme von oder mit Hundertjährigen, die – wie Werner Grassmann – im Jahr 1926 geboren wurden.
Drehbuch, Regie Werner Herzog
Kamera Thomas Mauch
Musik Popol Vuh
Besetzung Klaus Kinski, Del Negro, Helena Rojo, Ruy Guerra, Peter Berling, Cecilia Rivera
dt. Fassung Claus Biederstaedt, Gerd Martienzen, Heinz Branding, Edgar Ott, Chrstiian Brückner, Uwe Paulsen
DE 1972, 91 Min., dtF, ab 12