Zum Studium besucht Mizoguchi Goichi den Shukaku-Tempel in Kyoto und bleibt dort, um eine religiöse Ausbildung zu erhalten. Er folgt den letzten Worten seines sterbenden Vaters: „Der Goldene Pavillon des Shukaku-Tempel ist das Schönste auf der Welt.“
Kurz nach Beginn seines Studiums erhält Goichi Besuch von seiner Mutter, die möchte, dass er Oberpriester des Tempels werde. Unter dem Druck seiner – eher verantwortungslosen – Mutter, muss sich Goichi dann einer Herausforderung stellen, die seine eigenen Ideale in Frage stellt: Er entdeckt die Gier des Oberpriesters sowie dessen Affäre mit einer örtlichen Geisha.
Eine Rückblende – eine von vielen innerhalb des Films – führt zur Beerdigung von Goichis Vater und bereichert das Denken des jungen Mannes um das Motiv eines reinigenden Infernos ein…
In einer komplexen Rückblendenstruktur erzählt, dramatisiert „Enjo“ den psychischen Zusammenbruch von Goichi, einem jungen buddhistischen Novizen aus einer zerrütteten Familie, der zum Studium in einen Tempel in Kyoto – den „Goldenen Pavillon“ – kommt. Nach dem Roman von Mishima, der auch in Martin Scorseses Mishima-Film einen großen Platz einnahm. Der Brand fand tatsächlich 1950 statt. Zur Vorbereitung des Buches hatte sich Mishima mit dem Täter im Gefängnis unterhalten.
Filmreihe Kopfkino trifft LeinwandIm Oktober zeigen wir in Kooperation mit dem japanischen Kulturinstitut vier Perlen japanischen Filmschaffens aus den 30er, 50er und 70er Jahren. Das sind Zankgiku Monogatari von Kenji Mizoguchi (1939), Sansho Dayu (ebenfalls von Mizoguchi, 1954), Enjo von Kon Ichikawa (1958) und Fukushu suru Wa Ware ni Ari von Shohei Imamura (1979).
Regie Ichikawa Kon
Drehbuch Wada Natto, Hasebe Keiji
nach dem Roman von Mishima Yukio
Kamera Miyagawa Kazuo
Musik Mayuzumi Toshiro
Besetzung Ichikawa Raizo, Namakura Ganjiro, Nakadai Tatsuya, Kitabayashi Tanie
JP 1958, 99 Min., jap.OmeU