Ein Feudalsystem von skrupelloser Grausamkeit beutet das Land aus, versklavt die Untertanen. Die junge Anju und ihr Bruder Zushiō werden ihren Eltern entrissen und an die örtliche Herrscherfamilie Sanshō verkauft. Die Geschwister werden gezwungen, auf einem privaten Anwesen als Sklaven zu arbeiten. Tarō, Sanshōs Sohn, der das Wesen des Vaters verabscheut, versucht ihnen zu helfen und ihr Los zu mildern. Eines Nachts verlässt er das Lager, um Hilfe zu finden … und kehrt nie wieder zurück.
Zehn Jahre sind vergangen. Zushiō ist hart geworden: „Wer Befehle ausführt, bekommt mehr zu essen“, ist seine Erkenntnis, und danach handelt er. Als sich die Gelegenheit zur Flucht bietet, opfert sich die gütige Anju, damit ihr Bruder fliehen kann.
Das Lexikon des internationalen Films sagt es so: „Ein Meisterwerk von Mizoguchi, das Bilddichtung mit kraftvoller Darstellung vereint und von der Überzeugung beseelt ist, dass der Mensch nur durch Mitleid und Barmherzigkeit bestehen kann.“
Filmreihe Kopfkino trifft Leinwand
Im Oktober zeigen wir in Kooperation mit dem japanischen Kulturinstitut vier Perlen japanischen Filmschaffens aus den 30er, 50er und 70er Jahren. Das sind Zankgiku Monogatari von Kenji Mizoguchi (1939), Sansho Dayu (ebenfalls von Mizoguchi, 1954), Enjo von Kon Ichikawa (1958) und Fukushu suru Wa Ware ni Ari von Shohei Imamura (1979).
Regie Kenji Mizoguchi
Drehbuch Fuji Yahiro, Yoshikata Yoda
nach einer Vorlage von Ougai Mori
Kamera Kazuo Miyagawa
Musik Fumio Hayasaka
Besetzung Kinuyo Tanaka, Yoshiaki Hanayagi, Kyoko Kagawa, Eitaro Shindo
JP 1954, 126 Min., jap.OmeU